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Die Macht der Narrative

vor 14 Stunden
1 Min. Lesezeit

Seit September absolviere ich ein Praktikum bei Table.Briefings in Berlin. Ich wollte

besser verstehen, wie journalistische Arbeit funktioniert. Denn die Art, wie Menschen sich politisch informieren, verändert sich grundlegend. Nachrichten konkurrieren auf Social Media mit Unterhaltung, Empörung und Zuspitzung. Oft setzt sich nicht die journalistische Einordnung durch, sondern die Geschichte, die am einfachsten zu verstehen, emotionalsten oder am besten teilbar ist.

Ein neues politisches Medienvorfeld

Gerade im rechten politischen Vorfeld lässt sich beobachten, wie gezielt eigene Erzählungen aufgebaut werden. Rund um die AfD ist ein Netzwerk aus Influencern, Podcasts und pseudojournalistischen Angeboten entstanden, das klassische Medien zunehmend umgehen oder delegitimieren will. Auch Formate wie Ben Ungeskriptet zeigen, wie attraktiv das Versprechen sein kann, vermeintlich ungefilterte Wahrheiten jenseits etablierter Medien zu liefern.

Das Problem ist nicht, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Das gehört zur Demokratie. Problematisch wird es dort, wo Meinung, Berichterstattung und politische Mobilisierung kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.

Denn Narrative sind mächtig. Sie bestimmen, welche Probleme wir wahrnehmen, wem wir Verantwortung zuschreiben und welche Lösungen uns plausibel erscheinen.

Genau deshalb braucht eine Demokratie unabhängigen Journalismus. Journalismus muss Narrative hinterfragen, Behauptungen überprüfen und Widersprüche sichtbar machen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die AfD gezielt gegen diesen Journalismus wendet und ihn zu ersetzen versucht. Wenn wir das zulassen, verlieren wir in Zukunft nicht nur Wahlen – wir verlieren eine gemeinsame Realität.

Ich möchte mich gerne aktiv einbringen, um das zu verhindern. Denn wie es bei Table so schön heißt: „If you are not at the table, you are on the menu.“

 
 
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